2. Fortsetzung  -  Olympia Filme 1936

26.02.2023

 

Zum OLYMPIAFILM  gab es dann von der TOBIS – Vertriebsgesellschaft auch einen speziellen Werbeeinsatz im Absenderfreistempel und dazu nachfolgende Abbildung.

 

Der Brief in der 2. Gewichtsstufe war an die Kiba in Wien gerichtet, der Kinobetriebsgesellschaft der Stadt Wien, die aber im Jahr des Absenderfreistempels 1938 in die nationalsozialistische Ostmärkische Filmtheater-Betriebs GmbH eingegliedert wurde.

 

Aber es gab auch die direkte Niederlassung  der  T O B I S  - S A S C H A als Film-Verleih- und Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Wien, die natürlich  die OLYMPIA – FILME von Leni Riefenstahl ebenfalls in ihr Repertoire nahmen und dazu auch im Absenderfreistempel warben, der hier mit Datum vom 24. 8. 1938 abgebildet werden kann.

 

Typische Francotypform im Absenderfreistempel für Österreich mit weiterer Werbung linksseitig vom Ortsstempel. Wertrahmen Reichsadler  Deutsche Reichspost und Drucksachenporto 5Pf.

 

Dazu bedarf es natürlich des Hinweises zur  Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich mit der Volksabstimmung am 10. April 1938

 

Die Beschäftigung mit der Filmindustrie Österreichs ist wieder ein Paradebeispiel für  die Einverleibung in das nationalsozialistische Deutschland unter Adolf Hitler. Schon vor der offiziellen  Eingliederung Österreichs war die Einflussnahme auf die SASCHA- FILMINDUSTRIE schon lange auf die Besitzverhältnisse erfolgt. Marktgewinne in Deutschland wurden festgehalten und unter der bewährten Kreditverweigerung an jüdische Besitzer mit den Gebrüdern  PILZER war die Deutsche Tobis  eingestiegen. Man firmierte kurzfristig unter TOBIS – SASCHA  und die Nationalsozialisten übernahmen schon Ende 1938 unter dem Namen WIEN-FILM GmbH  dieses Film- und Verleihunternehmen. Damit geriet das Unternehmen aber auch gänzlich unter das Diktat der Reichsfilmkammer in Berlin.

 

Die Reichsfilmkammer  war früh als Anstalt öffentlichen Rechts im Jahr 1933  gegründet worden, um das erkannte Propagandamittel Film  unter NS – Gesichtspunkten  im Griff zu behalten und unterstand der Reichskulturkammer. Damit stand nach dem Reichskulturkammergesetz vom Herbst 1933 unter Joseph Goebbels als Reichsminister  für Volksaufklärung und Propaganda der entsprechenden NS - Gleichschaltung des deutschen Volkes nichts mehr im Wege.

 

Die Olympiafilme von Leni Riefenstahl wurden nicht nur in Deutschland ein Erfolg, sondern weltweit aufgeführt und durften natürlich nicht zur Unterhaltung auf einem Kreuzfahrtschiff  der HAPAG fehlen.

 

Dazu noch eine weitere Seite aus der HAPAG Werbung für das Bordkino

 

Zu diesen Filmen gibt es noch ein aufwendig gestaltetes Buch mit dem Titel

 

und aus diesem Buch ein Bild zu den Filmaufnahmen  mit dem Team auf dem Maifeld und im Hintergrund der Olympiaglockenturm  s. entsprechende Ausarbeitung auf der Homepage

 

Es gab auch ein Olympia-Heft der illustrierten Filmzeitschrift Filmwoche mit Details zum Film mit der Fahrt von Leni Riefenstahl nach Olympia in Griechenland und zu der ausgeklügelten Filmaufnahmetechnik. Erwähnt wird die Planung  der Filmvorführungen während der olympischen Spiele 1936 im Hindenburg Haus des olympischen Dorfes. Dabei konnten die Sportler neben ausgewählten Filmen auch täglich das Filmmaterial des Tages von den verschiedenen  olympischen  Wettkampfplätzen  ansehen. Hier sollten die Sportler die Berichterstattung über ihre eigene Person aber auch ihrer Kameraden  im sportlichen Wettkampf nochmals erleben können. OLYMPIA HEFT! Filmwoche.

 

Aus dem vielfältigem Material zu den Olympiafilmen konnte nur ein kleiner Teil vorgestellt werden, der vielleicht neugierig macht zu näheren Beschäftigung mit diesem Thema und  mit der lesenswerten Biographie seiner Regisseurin LENI RIEFENSTAHL. Allein das oben erwähnte Buch zum Film  hat einen Umfang von fast 300 Seiten.

 

Bis demnächst wieder einmal, Ihr E.-M.  Eden, Holzwickede