Olympiastadion Berlin  6. Fortsetzung  19.05.2023

 

Zunächst an dieser Stelle  noch einmal einige Belege  zum  Olympia – Postbüro in der Soorstraße, um den philatelistischen  Zusammenhang zu erhalten.

 

Der obige Einschreibbrief datiert vom Eröffnungstag der olympischen Spiele 1936 mit dem 1. August und das Olympia – Postbüro am Postamt Berlin – Charlottenburg 9 nutzte  seinen Sondereinschreibzettel mit dem Unterscheidungsbuchstaben m in diesem Fall und den Stadionstempel mit der  Einstellung  14Uhr. Die portogerechte Frankatur für den Brief in der 2.Gewichtsstufe betrug 54 Reichspfennige. Verwendet wurden u.a. Olympiasondermarken in Höhe von 53 Rpf. und dies erforderte noch die Verwendung der 1Rpf. Hindenburg. Die Olympiamarken zu 4 und 6 Rpf. stammen wieder aus dem Markenheftchenbogen als Zusammendruck. Die Nachfrage nach Olympiamarken und den verschiedenen Olympiasonderstempeln war doch recht erheblich und dokumentiert sich auch im Lieferschein Nr. 1243  vom 9.8.1936. Der Empfänger in Frankfurt hatte jeweils 200 Stück der Olympiablöcke bestellt und erhielt dafür eine „stolze“  Rechnung über 480,00 Reichsmark und zusätzlich 50 Reichspfennige an Portoauslage!

 

Vielleicht hatte der Empfänger Glück und fand in der doch recht großen Blockzahl  einen Fehldruck. Zu diesem Faktum  ist aktuell sehr empfehlenswert eine Übersicht aus der Feder von Manfred Bergmann  aus dem Sonderheft der IMOS  zum 50jährigen Jubiläum! Vom Letzttag der olympischen Spiele noch ein Geschäftsumschlag des Olympia – Postbüros  unter Verwendung des Stadionstempels und einer portogerechten Einzelfrankatur für den Ortsbrief innerhalb Berlins zu 8 Reichspfennigen unter Verwendung einer entsprechenden Blockmarke!

 

Es gab wohl auch philatelistisch inspirierte  Olympiasammler, die durch Einlieferung eines vorgefertigten  Briefumschlags an das Olympia – Postbüro in Berlin einen  „Bogen von den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen  zu den Sommerspielen in Berlin schlugen“.

 

Dazu noch  rückseitiger Ankunftsstempel Würzburg

 

Nach Auflösung des Olympia – Postbüros in der Soorstraße wanderten die ungenutzten  und vorgedruckten Briefumschläge zur Versandstelle für Sammlermarken und damit zum Reichspostzentralamt  in Berlin – Tempelhof in die Schönebergerstraße 11-15.

 

Oben der Briefumschlag des Olympia – Postbüros mit Überstempelung der Versandstelle bei Reichspostzentralamt mit Datum vom 9.4.1937.

 

Nach dem „Ausflug“  zum Olympia – Postbüro zurück zum Stadion und der Eröffnung der XI. Olympiade in Berlin am 1. August 1936. Dieses Thema  kann einmal als eigenes „olympisches Streiflicht“  in Anbetracht kommen und mit einem relativ großen Ansichtskartenmaterial vorgestellt werden, damit das Thema Olympiastadion, Schwimmstadion und KdF - Stadt nicht überfrachtet wird. Dazu aber einmal schon an dieser Stelle das Bild des Eröffnungstages aus dem Cigaretten – Bilderdienst Hamburg – Bahrenfeld. Dieses Bild diente praktisch unverändert bis auf die retouchierten Hakenkreuze am Leitwerk des Luftschiffs Hindenburg als Vorlage zur Blockausgabe des Inselstaates São Tomé und Príncipe (vor der Küste Afrikas gelegen) anlässlich der Ausgabe zum 750jährigem Berlinjubiläum.

 

Auch die Olympiafahrt des Luftschiffs Hindenburg soll noch einmal gesondert als „olympisches Streiflicht“  eigenständig vorgestellt werden.  Auf den obigen Bildern füllen sich die Besucherränge des Stadions, die Zusatztribüne des Schwimmstadions ist erkennbar und die Menschen strömen über das rechts unten gelegene Osttor auf das Reichssportfeld. Dazu eine Ansichtskarte (Verlag Andres Berlin, Foto H. Hartz) vom vorgelagerten Olympischen Platz im Flaggenschmuck der Spiele mit Blick auf den Osteingang und das Stadion im Hintergrund ebenfalls mit den Länder- und Olympiafahnenfahnen geschmückt.

 

Auch die sportlichen Ereignisse im Olympiastadion sollen einmal in Teilaspekten als eigenes „olympisches Streiflicht“  in Anbetracht des relativ großen Ansichtskartenmaterials vorgestellt werden, damit das aktuelle Thema Olympiastadion nicht überfrachtet wird. Dazu aber schon einmal ein Hinweis auf  die Sondermarken zur Sommerolympiade 1936 in ihrer unterschiedlichen Ausführung am Beispiel Speerwurf zwischen Vorlageentwurf der Reichsdruckerei aus dem Juni 1935 und der endgültigen Ausführung und hier mit einer Verbindung zur Olympiafahrt des Luftschiffs und dem Olympischen Dorf in Döberitz.

 

 

In der Wertstufe zu 12 Reichspfennigen hatte  man dann wohl dem symbolträchtigen Fackelläufer  im häufig gebrauchten Briefportobetrag den Vortritt gelassen  und mit der  Seitenumkehr des Speerwerfers  in der 8Rpf. Marke auch die Wurfhand von links nach rechts  in der endgültigen Gestaltung der Sonderbriefmarke gewechselt. Zuleitung zur Olympiafahrt  mit den Olympiasonderbriefmarken ( Ersttag 9.5.1936) war vom olympischen Dorf  und in diesem Fall mit Datum 29.7.1936 zeitlich  zur Zeppelinfahrt problemlos, da hier schon ab dem 27.5. das Sonderpostamt für die Sportler geöffnet war und dies auch über den Letzttag der Sommerspiele hinaus bis zum 22.8.1936.

Aber das „Streiflicht Olympiastadion“ soll in der Fortsetzung noch einmal die entsprechende Briefmarke der Landespostdirektion  Berlin zum Inhalt haben mit rein philatelistischen Aspekten und dazu  ein Ausschnitt mit dem ungezähntem Wertstempel des Olympiastadions (MiNr 113) im Privatumschlag Müller-Mark, Berlin-Lankwitz.

 

Fortsetzung folgt