Olympiastadion Berlin  mit Schwimmstadion und KdF – Stadt

7. Fortsetzung

30.05.2023

Der Freimarkenwert Olympiastadion aus der Freimarkenserie der Berliner Bauten (II) mit der MiNr 113 und dem Ausgabedatum vom 29.8.1953 lohnt einmal durchaus der näheren Betrachtung und dazu zunächst der amtliche Ersttagsbrief (Auflage 10.000) der Senatsverwaltung Post- und Fernmeldewesen in Berlin.

 

Der Ersttagsstempel vom 29.August 1953 war dem Leichtathletik – Länderkampf DEUTSCHLAND – ENGLAND  gewidmet und mit dem Hinweis auf das Olympiastadion als Austragungsort war dies passend zur Freimarke. Die Bundesdruckerei hatte zum Markenentwurf in üblicher Form zuvor einen ANKÜNDIGUNGSKARTON  mit einem schwarz/weiß Foto  erstellt.

 

Prägesiegel der Bundesdruckerei Berlin auf schwarzem Karton schlecht sichtbar

Es existieren aber auch mit dem Olympiastadion weitere Entwurfsformen und nachfolgend die Kombination mit den  Wertstufen zu 4 Pfennigen (MiNr 112) und dem Motiv der Ausstellungshallen am Funkturm und dem Wert zu 30 Pfennigen mit dem Jagdschloss Grunewald als Motiv.

 

Eine detaillierte Betrachtung belegt dann unterschiedliche Ausführungen mit dem Markenbild  des Olympiastadions im  20 Pfennigwert der Freimarkenausgabe in den Vorlageentwürfen.

 

Im ersten Entwurf ist das Olympiastadion mit Fahnenschmuck ausgestattet und die olympischen Ringe sind zwischen Preußen- und Bayernturm ausgespannt. Diese beiden  Details wurden entfernt,  aber die Podbielski- Eiche blieb im Markenbild erhalten. Vielleicht kann ein Hinweis der Homepage – Besucher hier eine Erklärung für die Markenänderung liefern, die dann in dieser  endgültigen Form und mit rotem Farbton ausgeführt wurde.  Dazu die folgende Abbildung mit Randstreifen und HAN (Hausauftragsnummer 515270.55  1) der Bundesdruckerei. Mit der HAN registrierte die Bundesdruckerei die Druckaufträge  in diesem Fall mit 515270 im Rechnungsjahr 1955  erkennbar an der 55 mit Punkttrennung.

 

Nachfolgend noch ein Beispiel der Olympiastadionmarke im senkrechten Doppel und Hausauftragsnummer (HAN 15346.54 1, die 1 versteckt im Poststempel) und Zusatzfrankatur  zum portogerechten Einschreibbrief nach Hermannsburg bei Celle.

 

Rückseitiger Ankunftsstempel Hermannsburg

 

Erwähnenswert  zur Vollständigkeit ist noch der Hinweis, dass das Motiv der Berliner Bauten mit dem Jagdschloss Grunewald  am 23.10.1954 seinen Ersttag hatte jedoch mit der geänderten Wertstufe zu 70 Pfennigen. Dazu noch der neue Ankündigungskarton mit dem Einzelwert der Bundesdruckerei und diesmal nicht auf schwarzem  sondern  grauen Karton und damit ist das Prägesiegel der Bundesdruckerei Berlin  besser erkennbar.

 

Die postalische Verwendung des Olympiastadions ab August 1953 als postgültiges  Wertzeichen  war sicherlich 17 Jahre nach den olympischen Spielen auch ein Stück Vergangenheitsbewältigung. Die Entfernung des Fahnenschmucks und der olympischen Ringe  sollten wohl das Motiv etwas aus der emotionalen Prägung durch die NS – Zeit heraushalten und nur das architektonische Bauwerk betonen. Dies ist zumindest mein persönlicher Eindruck zum  geänderten Markenentwurf.

Nachfolgend nun ein buntes Verwendungsspektrum der Berliner Freimarke aus dem Jahr 1953 mit dem Olympiastadion und dazu zunächst eine Einzelfrankatur portogerecht als Postkarte nach Schweden  und mit Datum vom 15. August 1954.

 

Fortsetzung folgt