Garmisch – Partenkirchen – ein deutscher Olympiaort

12. Fortsetzung

05.04.2022

In der oben aufgezeigten Form war der Absenderfreistempel des Bürgermeisteramtes Garmisch-Partenkirchen wohl seit dem 25.1.1946 (s.unten Nachweishinterlegung) wieder im Einsatz.  Vermutlich wurde diese Aptierung der Wertrahmenform Reichsadler in den Wertrahmen DEUTSCHE POST zum obigen Zeitpunkt den Nachkriegsverhältnissen  angepasst. Dazu  beispielhaft ein Briefausschnitt  mit dem Absenderfreistempel und Datum vom 28.6.1947 mit besagtem Wertrahmen und weiterhin im Werbeteil die V. Olympischen Winterspiele von 1940!

Freistempelabschlag im Detail und Kontrast verstärkt (Typ E 18 nach Dürst-Eich)

 

Aber noch einmal fand vor Gründung der  Bundesrepublik eine Wertrahmenänderung statt unter  Deutsche Post aber vom Wertrahmen E 18 zur Type E 20 nach Dürst-Eich und dazu die Nachweishinterlegung vom Postamt Garmisch-Partenkirchen (Nulldruck). 

 

Interessant die zusätzlichen Angaben mit der Maschinennummer Bafra C 13377 (identisch mit der Francotyp-Kennzeichnung auf der Stammkarte aus dem Jahr 1936). Das Inbetriebnahmedatum ist nicht korrekt (war 27.3.1936) und die Wiederinbetriebnahme mit  dem Datum  vom 25.1.1946 wird wohl aber korrekt sein. Mit obigem Datum vom 6.11.1947 und in diesem Fall gut erkennbar weiterhin die alte Werbung für die ausgefallenen olympischen Winterspiele 1940.

Absenderfreistempel Typ E 20 Deutsche Post waren noch bis zum Jahr 1951 im Einsatz und dazu zwei Belege einmal mit Datum 10.3.1949 und einmal  mit Datum vom 16.5.1951 und jeweils auf illustriertem Briefumschlag  des Bürgermeisteramtes Garmisch-Partenkirchen.

 

Im Jahr 1951 erfolgte bundesweit die Umstellung auf den Wertrahmen E 23 nach Dürst-Eich mit Kennzeichnung Deutsche Bundespost. Vermutlich war dies auch in Garmisch-Partenkirchen  im Absenderfreistempel der Poststelle des Bürgermeisteramtes der Fall und ich kann zumindest noch einen Musterabschlag mit diesem Wertrahmen in Nullstellung aus dem Jahr 1956 vorstellen. Auch in diesem Fall kei.ne Umrüstung im Werbeteil und weiterhin noch die Werbung zu den ausgefallenen Olympischen Winterspielen 1940 - fraglich ob aus Gründen der Sparsamkeit oder unverständlich „zähes Festhalten“ einer eigentlich  politisch unangenehmen  Situation zu Beginn des 2. Weltkrieges (s.o)

 

Die Francotyp-Stammkarte von 1936 dokumentiert dann die endgültige Umrüstung im Werbeanteil zum 3.4.1957 mit dem Einsatz

„Markt“

Garmisch-Partenkirchen

Heilklimatischer Kurort

Zu allen Jahreszeiten

Erholung, Freude, Sport

 

Dazu zwei Belegbeispiele aus den Jahren 1957 und 1977. In diesen Fällen ist nun endgültig die Olympiawerbung im Absenderfreistempel zum Jahr 1940 entfallen, es finden sich in den Briefumschlagillustrationen  zumindest aber die olympischen Ringe wieder zur Erinnerung an olympische Zeiten in Garmisch-Partenkirchen.

 

1957 ohne Postleitzahl, 1977 im Ortsstempel  Postleitzahl 81

 

Im Jahr 1986 und damit 50 Jahre nach den IV. Olympischen Winterspielen wurde – wie bereits vorstehend einmal vorgestellt – das Freistempelklischee kurzfristig und erinnerungsträchtig  im Motiv  des Absenderfreistemplers der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen  benutzt. Auch im Absendereindruck die olympischen Ringe (PLZ 8100).

 

Der Werbeteil im Absenderfreistempel wurde dann wieder in alter Form noch im Jahr 1996 genutzt, allerdings rückt hier der Werbeinsatz vorschriftsmäßig nach links und die Postleitzahl nun 5stellig mit 82467 und auch in diesem Fall die olympischen Ringe im Absendereindruck Markt Garmisch-Partenkirchen nach dem Motto „einmal Olympia - immer Olympia“

 

Aber nach 60 Jahren wurden auch Aufkleber zur Erinnerung an die olympischen Winterspiele 1936  angefertigt, die im Motiv das offizielle Plakat  des Organisations-Komitees nutzten

 

Fortsetzung folgt