Garmisch – Partenkirchen – ein deutscher Olympiaort

1. Fortsetzung

29.11.2021

Diese Entscheidung fiel für eine Stadt in Deutschland zur Zeit der „Endphase“ der Weimarer Republik und dies in  den Verhältnissen absoluter  politischer und wirtschaftlicher Krisenzeiten.  Schon Dezember 1933 erfolgte dennoch dann die internationale Einladung an alle Nationalen Olympischen Komitees zur Teilnahme in Berlin durch Theodor Lewald  und der feststehende Termin 1.8.1936 mit Eröffnung der Olympiade war nun in 2 ½ Jahren zu meistern, aber es handelte sich ja nicht um einen „Großflughafen in Berlin“.
Folgend die Einladung von Dr. Theodor  Lewald aus dem Buch  Olympia 1936 eine nationale Aufgabe 1935 im Reichssportverlag.

 

Auch Erweiterungspläne für das Stadion  unter der Prämisse möglicher olympischer Spiele im Jahr 1936 wurden nun von Werner March ausgeführt und im Einführungsmenü  bereits vorgestellt. Im Jahr 1933 hatten sich dann die politischen Perspektiven mit der Machtübergabe an Adolf Hitler und seine NSDAP deutlich und total verändert und dazu symbolträchtig der

 

30. Januar 1933 mit der nächtlichen NS – Jubelfeier

 

Die geschulte nationalsozialistische Propagandamaschine erkannte sofort die Möglichkeit diese Spiele auf internationaler Ebene für ihr Image zu missbrauchen und dies für Deutschland  unter dem Alleinvertreteranspruch von Hitler und seiner Partei. Nach dem Ableben des Reichspräsidenten Hindenburg wurde Reichskanzler Adolf Hitler auch Schirmherr der  geplanten kommenden  olympischen Spiele in Berlin 1936.

 

Reichskanzler Adolf Hitler  Schirmherr  der Olympiade 1936

 

Der Entwurf und die Ausführung für Berlin 1936 wurden unter den Menüpunkten REICHSSPORTFELD und OLYMPIASTADION (noch auf Homepage www.postautomation.de) bereits ausgeführt und es gilt aber auch einmal den anstehenden deutschen  Ort für die olympischen Winterspiele näher  zu betrachten.

Vom 6. bis zum 16. Februar 1936 wurden in Garmisch-Partenkirchen die IV. Olympischen Winterspiele ausgetragen. Ihre Vergabe nach Deutschland hing mit dem 1931 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gefassten Beschluss zusammen, die XI. Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin auszurichten. Für die olympischen Winterspiele gab es dann durchaus aber 5 verschiedene Wintersportorte in Deutschland, die sich beworben haben (z.B. Oberhof, Schierke, Feldberg), aber die Gemeinden Garmisch und Partenkirchen  wurden wohl vom DOA (Deutscher Olympischer Ausschuss) durch Lewald und Ritter von Halt aus dem IOC favorisiert und nominiert mit der nachfolgenden Bestätigung auf der IOC – Tagung im Juni 1933. Die im Hinblick auf die Winterspiele  aus organisatorischen Gründen  auf NS -  Druck aus Berlin mit Hitler und der Münchener Gauleitung im Jahr 1935 zwangsvereinigten Gemeinden Garmisch und Partenkirchen stellten sich dann gemeinsam und erfolgreich den anstehenden Aufgaben, zumal auch wohl finanzielle Hilfe der „Entscheidungshelfer“  die Ausführung erleichterten.

Der hoffnungsvoll gestimmte Marktgemeinderat  Partenkirchen hatte schon die passenden Umschläge mit Olympiawerbung aufgelegt und auch der Maschinenwerbestempel mit Datum vom 25.2.1935  rundet den Motivbezug ab. 

 

Sparsam wurde dann mit Gumminebenstempel Garmisch-Partenkirchen  ergänzt und bestätigt die im Januar 1935 „diktierte und vollzogene“ Ortsvereinigung.

Durch die Terminvorgabe Februar 1936 waren  die Sportstätten für die Winterspiele  in kürzester Zeit zu planen und auszuführen (aus Cigaretten-Bilderdienst Hamburg-Bahrenfeld)

 

Im Mittelpunkt des obigen Bildes steht das  Olympia-Eis-Stadion mit Baubeginn im August 1934. In kürzester Zeit wurde ein Holztribünenbau für 15.000 Zuschauer  errichtet nach Plänen von Hans Ostler.

 

Die Größe der Gefrierplatte betrug 30x60m und die Technik unterlag der Planung von Theo Pabst.

 

Das folgende Foto aus dem lesenswerten Buch von Baron L. le Fort und Dr. H. Harster zu den olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen verdeutlicht die  Dimension des Rohrnetzes  der  Kühlschlangen für die  Gefriertechnik in ihrer Gesamtlänge von 20 km (Buchausgabe 1935 im Verlag F. Bruckmann A.G. München).

 

Das zugehörige Maschinenhaus wurde auf der östlichen Seite des Stadions errichtet und die folgende Aufnahme dokumentiert die Hebefeier (Richtfest) mit obligatorischer Hakenkreuzfahne und stehenden Ovationen im mittlerweile eingeführten NS – Gruß mit erhobenem und gestrecktem rechtem Arm.

 

Schon im Winter 1934 feierte das Eisstadion Eröffnung mit  einem Eishockeyspiel

 

Vielleicht inspirierte dieses Eishockeyspiel den Grafiker Max Eschle in seinem Entwurfsvorschlag zur 6-Pfennigmarke  für die  olympischen Winterspielmarken.

 

Markenvorlagekarton (rückseitig Nebenstempel der Registrierung 8.8.1935) der Reichsdruckerei Direktion. Aber das Motiv wurde nicht ausgeführt sondern die 6 - Pfennigmarke aus dem Satz vom 25.11.1935 war dann dem Eisschnellläufer gewidmet.

 

Das Eisstadion selbst  war dann auch  Motiv im Sonderstempel  wenn auch erst im Jahr 1941

 

 

Fortsetzung folgt